Bericht 19: 30. August 2006

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…und wieder runter

via Bolivien nach Chile

10. -21. August 2006


Eindrücke / Geschichtliches / Hintergründiges …

- Der Weg „zurück“ war ein schwerer aber schöner… Nochmals die sensationellen Vorzüge Südamerikas zu sehen aber gleichzeitig auch zu wissen, dass wir bald diesen Teil der Erde verlassen müssen…

Copacabana (Bolivien)- der Ursprung der Inkas (10. -11. August 2006)

Nach der unruhigen Nacht im Bus von Cusco kommend, kamen wir endlich in Copacabana an. Dieses touristische Städtchen am Titicacasee lebt vor allem von den bekannten Inkainseln, welche jährlich von tausenden Touristen besucht werden. Wir bestiegen noch am ersten Tag gegen Abend den Hausberg Copacabanas, „Cerro Calvario“, von wo man einen schönen Ausblick geniessen kann. Leider war es sehr bewölkt und so wirkte der Titcacasee ein bisschen karg.

Am nächsten Morgen gingen wir direkt an den Hafen, wo wir mit einem Boot auf die „Isla del Sol“ gefahren wurden. Hier besuchten wir das Museum (mehr, weil man da die Eintrittskarte für die ganze Insel kriegt…) und von da ging es weiter auf den Weg zu den Ruinen. Man sagt, dass aus dem „Titicaca Rock“ (Fels des Pumas) der erste Sonnengott „gestiegen“ sei und somit die Legende der Inkas begonnen hat. Weiter hat es am Ort noch einige Altäre und Ruinen, welche uns aber nicht gross faszinierten (sicherlich auch, weil wir vom Machu Picchu schon recht verwöhnt wurden). Danach machten wir uns auf den Weg vom Norden der Insel in den Süden. Es war ein schöner Trail, welcher einem ab und zu schöne Aussichten bescherte oder die Möglichkeit gab, sich (gegen Entgelt natürlich) mit einem einheimischen Kind oder Lama ein Foto machen zu lassen.

Wir hatten ein bisschen Wetterpech. Da es leider- sehr untypisch zu dieser Jahreszeit- schon wieder einiges an Wolken am Himmel hatte, entschlossen wir uns, nicht wie geplant auf der Insel zu bleiben. Normalerweise hätte man dann da die Möglichkeit den Sonnenuntergang und Aufgang über dem Titicacasee zu bestaunen. Und da wir sowieso irgendwie knapp an Zeit waren, ging es schon einen Tag früher zurück auf das Festland. (Wetterpech 1)


Sorata (Bolivien)- zu Füssen von 6500er (12. -14. August 2006)

Wir stellten uns auf einen langen Tag ein für den eigentlich nicht sehr weit (gemäss Landkarte) gelegenen Ort und standen dementsprechend bei Zeiten auf. Es wurde in der Tat recht abenteuerlich. Abgesetzt an einer Strassenkreuzung, in der Hoffnung auf einen Anschlussbus, kam nach längerem Warten wirklich die erhoffte Transportmöglichkeit nach Sorata. Wir werden wohl beide diese Busfahrt niemals vergessen. Nachdem sich der Bus über Holperstein, Nebenstrassen und Strassen ohne wirkliche Kreuzmöglichkeiten auf einen Gipfel gekämpft hatte (Halleluja), ging es auf der anderen Seite wieder runter. Und wie. Da wir auf der Talseite hockten, konnten wir nebst dem wunderbaren Panorama auch erkennen, dass der Abgrund wohl schon unter unserem Bus begonnen haben musste… Es wurde uns schon ein bisschen mulmig bei diesen Bildern und setzten voll auf die Erfahrung UNSERES Fahrers. Man konnte im Tal das einte oder andere Autowrack sehen…

Nach der Ankunft küssten wir fast den Boden, weil wir heil angekommen waren. Das Dorf ist sehr schön gelegen. Man hat, bei entsprechendem Wetter, wunderbare Ausblicke auf Schneeketten, Täler und eben auf die beiden Berge, welche knapp 6500 Meter hoch sind. Wunderschön.

Hier wollten wir uns erholen resp. die restlichen Vorbereitungen treffen für den nächsten Kontinent. Dafür musste noch einiges gemacht werden…

Wir liessen es uns aber auch nicht nehmen, noch ein bisschen Fitness zu machen. Wir besuchten zu Fuss die „Gruta San Pedro“, welche ca. nach 27 „Bergnasen“ vor uns erschien. Dies ist eine riesige Höhle, mit einem grossen See und Fledermäusen, welche bis einen halben km in den Berg reicht.

Während unseres ganzen Aufenthaltes hatten wir ca. 2 Mal die Möglichkeit, die stolzen Berge Illampu und Ancohma knapp zu Gesicht zu kriegen. Diese lagen nämlich leider die meiste Zeit hinter Wolken und gäben eigentlich ein schönes Panorama von Schneebedeckten 6500er... (Wetterpech Nummer 2).

Zurück in La Paz (15. -17. August 2006)

Von La Paz aus hatten wir den nächsten Flug geplant. Um rechtzeitig da zu sein und noch etwas zu machen, waren wir 3 Nächte vorher da. Nicht gerade viel, um auch wirklich etwas Grosses zu unternehmen. So ging es halt auf die „Most dangerous Road in the World“, welche doch schon vom Namen her spannend tönt… (Es sollen hier pro Jahr einige Dutzend Menschen „neben die Strasse“ kommen!) Christine machte Fotos vom Bus aus und DAve wollte sich das von der „Veloperspektive“ anschauen…


Frühmorgens war Besammlung in einem Restaurant (welches vermutlich vor allem von dieser Agentur zu leben scheint…). Weiter sollte es mit einem Bus via Pass an den Ausgangsort gehen. Leider war es hier vorerst zu Ende. Grund: Schnee. (Wetterpech 3!). In der Nacht hatte es- völlig untypisch an diesem Ort zur Jahreszeit, geschneit! Alles war weiss und die Strassen unpassierbar… So hiess es vorerst warten für ca. 2 Stunden. Und dann war die Sonne da und die Strasse wieder frei.

Nachdem sich die ganze Gruppe mit dem Equipment (Hosen, Jacke, Handschuhe, Helm, …) ausgerüstet hatte, ging es los. Es war sehr spannend auf dieser Strecke, durch den Einbahnverkehr und den engen Ausweichstellen. Die Strasse oder eben der Weg wurde in den Berg oder Hügel gemeisselt und war ein schlechterer Feldweg (CH-Verhältnisse). Alles lief nach dem Prinzip Linksverkehr und wer von unten kommt hat Vortritt. Also da war links dann z.T. mal einige Meter nicht mehr viel ausser Luft. Die Landschaft ist aber sehr spektakulär. Die Hänge sind dschungelartig überwachsen. Überall hat es Pflanzen und Bäume. Auf dem Velo konnte man aber die Aussicht nicht so geniessen, da man (nochmals: Linksverkehr und mehr links ist nix mehr) sich voll auf den Weg und den Verkehr konzentrieren musste.

Am Schluss war es dann aber echt ein tolles Erlebnis. Auch die Retourfahrt war entsprechend spannend, da dieser auf demselben Weg war. Einfach aufwärts im Bus.

Dies war dann wohl endgültig der Abschied aus Bolivien. Oder für die nächste Zeit auf jeden Fall…

Anbieter Velotour: www.grafitybolivia.com

Fotos: http://www.shutterfly.com/pro/GravityBolivia/August2006/20060816 (Passwort: „Photos“, ca. 6 Monate abrufbar!)


Santiago und Santa Rita (18. -21. August 2006)

Santiago sollte unsere letzte Station sein auf dem Festland in Südamerika auf dieser Reise. Geplant war ein Ausflug in eines der nahen Skigebiete und ein Besuch bei Marcelo, welchen wir ja im April mit Alex kennen gelernt haben.

Kaum angekommen ging es bereits in das lange ersehnte Sushi-Restaurant, wo wir mal wieder richtig schlemmten. Zu zweit haben für etwa 3.5 Personen Sushi bestellt und auch verzerrt. Es war herrlich. Danach riefen wir noch Marcelo an, welcher uns sogleich zu sich nach Hause nahm und zeigte, wo er wie wohnte. Nach 2 oder 3 Bierchen brachte er uns dann wieder zurück ins Hostal. Zuerst verabredeten wir uns aber nochmals für den folgenden Mittwoch, den letzten Tag vor unserem Abflug.

In den folgenden Tagen waren wir sehr mit administrativen Belangen beschäftigt wie Bericht schreiben, Kleider waschen und 2 oder 3 Dinge über Australien auszukundschaften.

Am letzen Tag ging es dann nochmals zu Marcelo und Familie. Da haben wir zuerst mal ein richtiges CH-Menu gemacht: Röschti mit g’Schnetzeltem. Alle genossen das essen, zu welchem wir herrlichen Wein von Santa Rita tranken (2 USD die Flasche, in der CH wäre die so 20 CHF…). Über Nacht durften wir gleich da bleiben und am anderen Morgen in aller Frühe brachte uns Marcelo an den Flughafen. Es viel uns schwer, Marcelo und Südamerika adieu zu sagen, aber einmal musste der Moment ja kommen. Und dies war da der Fall.

Wie werden wir wohl auf die zivilisierte und teure Welt in Australien reagieren? Wir werden sehen, zuerst kam ja noch die Insel…

Liebe Grüsse aus Sydney

DAve und Chrigi

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