Bericht 24: 27. November 2006

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Neuseeland- die Nordinsel

Hobbits, Maoris und Vulkanisches, …

27. Oktober – 17. November 2006


Eindrücke / Geschichtliches / Hintergründiges …

- Ungewöhnliche Behandlung (für uns) als Fussgänger: Noch extremer als in Australien geniesst man hier ausnahmelosen Vortritt bei Strassenübergängen!

- Nachdem wir 2 Monate u.a. keine Bananen kaufen wollten (kg-Preis in Australien war nach einem Hurrican ca.
12 CHF) können wir endlich wieder Früchte und Gemüse zu einem normalen Preis geniessen. Bemerkenswert: 1 kg Kiwi: 0.80 CHF (ja, kg-Preis- nicht etwa pro Stück!).

- Verkehr: niemals Licht (was ist das?), übersetzte Geschwindigkeit (Beep beep…), keine Haftpflicht-pflicht (Hä?), ab 15 auf Strasse (Klar!)- noch Fragen? Kein Wunder sieht man im TV und Inseraten ziemlich krasse Werbung gegen Speeding und Trinken am Steuer…

- In Neuseeland leben etwa 4 Millionen Einwohner gegenüber 40 Millionen Schafe.

- Die Landschaft im Norden ist sehr grün und hüglig. Es kam uns oft wie im Berner Oberland vor, nur dass die Farben hier intensiver sind und die Vegetation verschieden ist. Weiter hat man hier hohe thermische Aktivität- es ruhen und rauchen einige Vulkane und natürlich heisse Quellen… Generell ist es sehr kühl (nähe Antarktis) und windig/feucht (Insel, Wolken steuern direkt übers Land)

- Beliebte Sportarten sind z.B. Rugby, Cricket und Reiten. Rugby wird in einer Leidenschaft verfolgt, welche wir bisher nur vom Fussball in Südamerika kennen gelernt haben.


Next Stop: Wellington (27.-29. Oktober 2006)


Bei der Ankunft konnten wir nicht sehr viel erkennen: es war dunkel, mitten in der Nacht (23.30). Und weil wir bis zur Landung über dem Meer flogen, sahen wir nicht mal eine Skyline oder ein paar Lichter der neuseeländischen Hauptstadt. Der Shuttlebus erwartete uns nach der Gepäckübernahme und brachte uns zum „Wildlife“, ein Backpacker mit guten Facilities mitten in der Stadt.

Wir wollten nicht viel Zeit verschwenden in Wellington- einerseits weil wir schnell weiter wollten und anderseits weil richtiges „Sauwetter“ herrschte: Regen und Wind mit Höchstgeschwindigkeiten. Dies verhinderte auch eine ausgiebige Stadterkundung.

Beim eben beschriebenen Wetter gibt es eigentlich nur 2 Dinge zu tun: einen Kaffee trinken in einem der unzähligen Kafis oder ins Museum gehen. Te Papa („our place / unser Ort“) ist eines der genialsten Museen, welches wir  bisher sahen auf unserer Reise. Es ist irgendwie eine Mischung vom Verkehrshaus/Technorama/Deutsches Museum- nur, dass alles sensationell sauber, Top ausgerüstet und abwechslungsreich ausgestattet ist. Man kann hier die Grundgeschichte Neuseelands sehen, Erklärungen zu Vulkanen und Erdbeben finden (Neuseeland ist in diesem Bereich recht aktiv…) oder aber viel Infos zur Flora und Fauna entdecken. Und das allerbeste: es kostet nichts! Wir waren 2 Mal da und wurden 2 Mal zum gehen aufgefordert, da das Museum schloss…


Abfahrt Nordinsel- der Osten (27.-29. Oktober 2006)

Mit unserem Mietauto fuhren wir bei strömendem Wetter aus Wellington. Und bald konnten wir die ersten Feinheiten von Neuseeland durch die Wolken erahnen: tiefe Täler, weisse Berge, grüne Hänge. Da die Erfindung des Tunnels offenbar noch nicht „ans andere Ende der Welt“ (wir sind 12 h voraus zur CH) muss man jede Anhöhe erarbeiten, um auf der anderen Seite wieder steil runter zu fahren.

Wir fuhren direkt durch Masterton, weiter nach Castlepoint. Dieser kleine Ort ist direkt am Meer und ziemlich ruhig. Hier wurde einst ein Leuchtturm aufgebaut, um den Schiffen den Weg nach Panama zu leuchten resp gewarnt, dass diese nicht direkt in die Insel fuhren. Was früher mühsame Handarbeit war, wird heute alles elektronisch aus Wellington gesteuert.

Auf der Weiterfahrt stoppten wir in Taumatawhakatangihangakoauauotmateapokaiwhenuakitanatahu. Dies sei der längste Name eines Ortes der Welt. Dieser Name ist nicht nur da für die Touristen sondern wird aktiv gebraucht! Es sind allgemein sehr viele Ortschaften und Namen in Maori, die Sprache der Ureinwohner, beschriftet. Dies macht das zurecht finden nicht einfacher, aber umso abwechslungsreicher für uns Touris.

In Napier, einem bekannten Weinanbaugebiet, stoppten wir nur für die Nacht. Hier hatten wir einmal Glück mit dem Wetter: da es ein bisschen Sonne hatte, konnte DAve endlich mal wieder Shorts anziehen… (Hey, hier ist jetzt Sommer!).



Taupo und Rotorua- Thermalgebiete Neuseelands (1.-4. November 2006)

Nach diesen ersten Tagen entlang dem Meer ging es weiter ins Landesinnere. Von Taupo, welches am gleichnamigen und grössten neuseeländischem See liegt, kann man bei entsprechendem Wetter bis zum Tongariro Nationalpark sehen. In diesem Park ist der „Mt Tongarino“, welcher im Lord of the Rings als „Mount Doom“ diente, wo der Ring zerstört wurde. Um uns nochmals auf die Landschaft und Umgebung vorzubereiten haben wir hier gleich die ganze Trilogie des Films (3x ca 3 h Film) auf DVD angeschaut.

In Taupo haben wir aber nicht nur vor dem TV gesessen. Wir haben den „Five Mile Bay“ angeschaut, ein schöner Teil des Sees mit einem Steinstrand. Weiter sind wir bei den „Crates of the Moon“ gewesen, wo man sehr viel Dampf und blubbernde Lehmlöcher bestaunen kann. Dies sollten nicht die einzigen „Dampflöcher“ gewesen sein für uns, da die Nordinsel sehr hohe thermische Aktivität aufweist aufgrund der plattentektonischen Konstellation von Neuseeland.

Eine weitere lokale Attraktion sind die „Huka Falls“, wo sich kristallklares Wasser durch eine enge Steinschlucht drängt, um dann an deren Ende ein paar Meter tief zu fallen und weiterzufliessen.

Auf unserer Weiterfahrt in den Norden besuchten wir das „Thermaldorf“ „Orakei Korako“. Ein nächster Ort mit viel Dampf, heissem Wasser und Lehmlöcher. Aber doch sind diese Orte immer ein bisschen anders und immer wieder wunderschön anzuschauen. Zusätzlich kann man hier warmes Wasser in einer kleinen Höhle „Ruatapu Cave“ begutachten. Und wo das Wasser der verschiedenen Quellen in den „Lake Ohakuri“ fliesst, leuchten viele verschiedene Farben hervorgebracht durch die unterschiedlichen Mineralien im Wasser. Weil „Orakei Korako“ ein bisschen abgelegen im „hidden valley“ liegt, ist es noch nicht so überlaufen wie andere Thermalorte. Und ein bisschen mehr natürlich dafür weniger touristisch…

Rotorua ist wohl der touristischste Ort Neuseeland- zumindest auf der Nordinsel. Es ist bekannt für die heissen Quellen und den damit verbundenen Wellnessmöglichkeiten. Die geothermische Aktivität ist hier so hoch, dass man z.T. in ganzen Stadtviertel vom Schwefelgeschmack begleitet wird. Im „Kuirau Park“ kriegt man einen ersten Vorgeschmack, was hier so „läuft“. Blubbern und dampfen heisst die Devise.

Im „Whakarewarewa Thermal“ gab es weiteren Dampf und Blubberlöcher zu bestaunen. Hinzu kam aber noch der „Pohutu Geyser“, welcher täglich 10 bis 20 Mal bis 30 Meter eine Wasserfontäne empor schiesst. In diesem Park hat es ein Kiwi Haus, wo man den extrem seltenen und vom aussterben bedrohten Kiwi anschauen kann. Dieser scheue und nachtaktive Vogel ist das Nationalmaskottchen von Neuseeland und man könnte dieses Tier nur an sehr wenigen Orten und grossem Glück in der Natur sehen. Weiter integriert in diesem Park ist ein Maori village, wo man sehen kann, wie die Ureinwohner wohnten resp noch heute wohnen. Es wurden uns verschiedene Tänze und Gesänge in ihrer Sprache vorgeführt. In Europa haben sicher schon viele Leute die „Wilden mit der herausgestreckten Zunge“ gesehen. Das sind Maoris.

Um auch ein bisschen Fitness zu betreiben, spazierten wir um den „Blue Lake“, welcher bei den Maoris eine grosse Bedeutung hat.


Matamata oder wo die Hobbits herkommen (5. November 2006)

Der nächste Halt war Matamata oder eben Hobbiton. Bei diesem Ort wurden die meisten Szenen vom Dorf der Hobbits gedreht. Und hier ist einer der wenigen Orte, wo man noch etwas von den Dreharbeiten sehen kann, weil ansonsten jeweils alles abgerissen wurde nach der Aufnahme. Es war sehr spannend zu erfahren, wie die Dreharbeiten abliefen, wie die Logistik funktionierte und auf Fotos zu sehen, wie der Ort während den Dreharbeiten ausgesehen hat.


Interessantes zum Film „Lord of the Rings“ (LotR)

Wir haben verschiedene Plätze besucht und 2 Führungen (Matamata und Wellington) mitgemacht und bekamen so einen Einblick, wie LotR entstand. Hier ein paar interessante Dinge dazu:

- Die NZ Armee hat eine 1.5 km lange Strasse hergestellt, um zum Drehort von Hobbiton zu kommen.

- Es wurden 37 „Hobbitlöcher“ gebildet, wobei nur eins „ausgebaut“ wurde, wo man auch eintreten und stehen konnte, um zu sehen, wie Gandalf ins Haus kommt. Die Szene im Haus selber wurden im Studio hergestellt.

- Die Mühle sowie die Brücke im Film wurden aus Sagex hergestellt.

- Weil im Herbst die Blätter nicht von den Bäumen fallen in Neuseeland, wurden künstliche Blätter am Boden verteilt im Wald.

- Es wurde jeweils täglich für bis zu 400 Leuten 3 Mahlzeiten zubereitet- 2 oder 3 Gänger!

- Die Stars haben nicht am Drehort von Hobbiton selber gewohnt, sie wurden täglich in 75 Minuten entfernte Hamilton gebracht/geholt.

- Peter Jackson (Regisseur) drehte an bis zu 3 Orten gleichzeitig- deswegen wurde in Hobbiton extra eine Mobilantenne aufgebaut.

- in der ganzen Trilogie wurden „nur“ ca 100 Fehler entdeckt, wobei in den DVD’s die allermeisten wegretouchiert werden konnten (inkl fahrendem Auto im Hintergrund, NZ-Sticker auf Apfel, etc)

- Das Geschrei und Gestampfe der Orks wurde in einer Pause eines Rugbyspiels von den 30'000 anwesenden Zuschauern erzeugt und aufgenommen!


Die Coromandel Halbinsel (6.-7. November 2006)

Via Tauranga fuhren wir an der Küste entlang bis nach Hahei auf der Halbinsel Coromandel. Viele Hügel ging es rauf und runter bis wir am Zielort ankamen. Von diesem Ort aus besuchten wir den „Hot Water Beach“, wo man während der Ebbe seinen eigenen heissen Pool bauen kann, indem man einen halben bis ganzen Meter runterschaufelt. Da kommt warmes bis heisses Wasser aus dem Boden. Wenn man einfach so ins Meer steht merkt man überhaupt nichts, es muss gegraben werden. Und die erzeugte Mulde steht genau bis zur Flut, wo dann alles ausgewaschen wird.

Ein bisschen nördlich von Hahei ist die „Cathedral Cove“, eine schöne Felsformation mit einem Loch. Hierher gelangt man nach einem schönen Spaziergang.


Neuseelands Millionenstadt Auckland (8.-9. November 2006)


Eigentlich wollten wir gar nicht in diese Grossstadt, aber irgendwie „muss“ man fast, wenn man gerade in der Nähe ist. So fuhren wir halt nach Auckland, welches auf 48 Vulkanen gebildet wurde. Dies ist eine typische Grossstadt, mit vielen Leuten und Autos und noch mehr Einbahnstrassen. So erkundeten wir das Zentrum zu Fuss…

Uns hat Downtown Auckland nicht speziell gefallen. Mit der Fähre fuhren wir nach Devenport, welches ein kleines Dörfchen oder Quartier gegenüber von Auckland ist. Auf dem Hügel „Mt Victoria“ hatten wir trotz extemen Windverhältnissen einen guten Ausblick- inkl auf den Platz, wo die Segelnation Schweiz kürzlich Weltmeister wurde…


Via Glühwürmer nach New Plymouth (9.-13. November 2006)


Nebst der vielen geothermischen Aktivität findet man in ganz Neuseeland immer wieder limestone caves, wo es neben den Stalaktiten und Stalagmiten manchmal auch Glühwürmer hat. In Waitomo wollten wir dieses Phänomen einmal näher anschauen. In einer ersten Führung erfuhren wir einiges über die leuchtenden Fliegen, sahen Larven und hörten, wie das kurze Leben dieses Insekts so abläuft. Am Schluss fuhren wir mit einem Boot in eine dunkle Grotte, welche mit 1000en von Glühwürmer bewohnt wird. (Die Glühwürmer leuchten übrigens um andere Insekten anzulocken, damit diese dann gefressen werden können!). In einer zweiten Führung sahen wir in der Höhle „Aranui“ vor allem Steinformationen inkl Stalaktiten (von oben) und Stalagmiten (von unten), welche wunderschön ihre Figuren präsentieren, speziell wenn diese beleuchtet werden.

In New Plymouth haben wir nicht viel gemacht- uns am Wetter angepasst (es regnete). Ausser zwei kürzeren Spaziergängen machten wir nicht viel. Auf dem zweiten Spaziergang konnten wir aber einen kurzen Augenblick Mt Tranaki sehen, welcher im Film „Last Samurai“ (mit Tom Cruise) als Mt Fuji aus Japan diente.



Zurück nach Wellington (14.-17. November 2006)

Auf dem Rückweg nach Wellington machen wir einen Zwischenhalt in „Waitarere“, wo auch einige Szenen vom LotR gedreht wurden. Wir spazierten hier ein wenig in einem riesigen wunderschönen Wald und fühlten uns gleich wie im Film.

Bei unserer Ankunft in Wellington erwartete uns eine grosse Überraschung: kein Regen! (Also d.h. nicht, dass die Sonne schien- es war bedeckt). Wir liessen uns diese Chance nicht entgehen und machten uns auf den Weg zum botanischen Garten. Hierfür benutzten wir den „cable car“, eine grössere Ausführung der Mühleggbahn halt. Der Garten oder besser die Gärten waren genial. Speziell haben uns der Rosengarten und der Gewürzgarten gefallen.

Auf dem Rückweg kamen wir noch bei den Parlamentsgebäude vorbei, wo gerade eine Session abgehalten wurde. Wir liessen uns die Möglichkeit nicht entgehen und wohnten der aktuellen Fragestunde von der Zuschauertribühne bei. Was noch erstaunlich war: Wir mussten 2x durch Metalldetektoren und 2x legte DAve nebst Geldbeutel und Schlüssel das Taschenmesser ins Körbli. Ohne Probleme. Die Fragestunde war noch spannend und für uns auch lustig. Da wurde man fast handgreiflich…

Da das Meiste der Szenen von LotR in Wellington gedreht wurde, kann man hier mit einer Tour die entsprechenden Orten aufsuchen. Das gute am Ganzen war, dass unser Führer einen Laptop dabei hatte und uns so gleich die entsprechende Szene vorspielen konnte. So war es einfacher, sich an den Film zu erinnern.

Bevor wir unsere 7 Sachen packten um auf die Südinsel zu reisen gingen wir nochmals ins „Te Papa“ und blieben auch wieder lange. Dieses Mal wurden wir aber nicht rausgeworfen…

Der Norden soll vulkanisch sein währen der Süden mehr die Schweiz genannt wird. Wir sind gespannt, kam es uns doch z.T. schon recht wie im berner Oberland vor so von der Landschaft her. Einfach statt Kühe wie in der CH hat es Schafe… Aber das soll noch extremer werden im Süden… Wir werden es sehen…

Liebe Grüsse aus Christchurch

DAve und Chrigi

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