Bericht 29: 4. Mai 2007

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Laos

Das Land des Lächelns

27. März – 4. April 2007

Eindrücke / Geschichtliches / Hintergründiges …

- Bereits am ersten Tag ist klar, was ab sofort zur Hauptmahlzeit gehört: die Franzosen haben das Baguette eingeführt, welches mit „Vache qui rit“ und Gemüse gefüllt wird. Ein leckere Abwechslung zum Reis und kostet gerade mal etwas mehr wie einen halben CHF.

- Immer wieder waren wir erstaunt, wie leise diese Menschen reden. Wenn man z.B. in einem Büro ist, hört man das Telefon läuten, danach nichts mehr vom Gespräch- selbst wenn man 1.5 Meter davor sitzt! Oder wenn sie untereinander etwas abklären möchten im selben Raum, gehen sie zueinander hin, auch wenn man das vom sitzen aus machen könnte (3 Meter Abstand).

- Das laotische Neujahr (welches mit dem thailändischen Neujahr im April zusammenfällt) wird feuchtfröhlich gefeiert. Schon Tage (Wochen!?) im voraus stehen Kinder (und erwachsene Kinder) am Strassenrand und duschen regelrecht die vorbeigehenden oder fahrenden Passanten. Man wird wirklich sehr sehr nass. Es ist nur Wasser und die Sonne trocknet alles recht schnell- aber wenn man nicht gefasst ist? Ein Heidenspass… J

- Wenn man die wunderschön in orange gekleideten Mönche sehen (und fotografieren) möchte, dann hat man die besten Chancen in Laos. In Luang Prabang kann man sogar Frühmorgens die Mönche beim einsammeln des Proviants zusehen!

- In Laos wurden wir für einmal Millionäre. Eine Million kip hat einen Gegenwert von circa 135 CHF.


Vientiane, kleine Hauptstadt (27./28. März 2007)

Nachdem die Ausreiseformalitäten in Thailand erledigt waren, fuhren wir über die „Friendship Bridge“ zum laotischen Grenzposten für die Visa. Danach ging es weiter in die Hauptstadt Laos, Vientiane. Dies war bisher (und wird es wohl auch bleiben) die kleinste von uns bereiste Landeshauptstadt, wenn man die Einwohner anschaut. Es leben hier weniger als 200'000 Menschen.

Eigentlich wollten wir den Tempel „Wat Si Saket“ besuchen. Wir wurden aber beim Eingang in eine sehr spannende Diskussion mit dem jungen Mönch Sounthone verwickelt. Er erzählte uns von seiner Familie und seinem Land, nachdem er uns darüber ausgefragt hatte. Es war spannend zu hören, wie das Leben in einem Kloster so abläuft und was die Motivation und Gründe für diese Verpflichtung sind.

Im Buddhapark Xieng Khuan konnten wir einmal mehr viele Darstellungen zum Buddhismus und Hinduismus bestaunen. Dieser Park ist, wie wir sehen konnten, genau auf der anderen Mekongseite von Nong Khai (Thailand), wo wir den Tag davor waren.


Vang Vieng, bei den Caves (29./30. März 2007)

In Vang Vieng stoppt man für 2 Gründe: tubing (sich in einem Gummiring den Fluss runter treiben lassen) oder um die caves zu besuchen. Für das tubing hatte es leider zu wenig Wasser. So konzentrierten wir uns auf die caves.

Die nahe zu Vang Vieng gelegenen caves Tham Jang können einfach zu Fuss erreicht werden. Die etwas höher gelegene Cave führt etwa einen halben Kilometer in den Berg hinein und wurde gut für Besucher ausgebaut. Die zweite Höhle liegt auf etwa gleicher Höhe wie der Fluss. Hier könnte man in kristallklarem Wasser baden, welches direkt im Berg entspringt. Diesbezüglich hatten wir etwas Pech. Es war wohl Waschtag, denn es besuchten einige Dutzend teenager die Quelle für ihre Haar- und Kleiderwäsche, welche direkt im Wasser statt fand… Wir fanden somit nicht mehr wirklich Platz.

Ein guter Tagesausflug führte uns per Velo ca. 15 Kilometer nordwärts zu dem Thang Sam Triangle. Auf den Strassen winkten uns immer wieder Bewohner freundlich zu, was das vorwärts kommen mit dem eingängigen Velo „versüsste“. Angekommen bei den caves merkten wir schnell, dass man diesen Ort touristisch ausbooten möchte: Gebühr für Veloparkplatz, Gebühr für Brückenbenützung, Gebühr für Eintritt, Gebühr, Gebühr… Da wir aber schon hier waren, schauten wir uns halt die 3 caves mit einem Führer an. Leider hat man nicht sehr auf den Erhalt des Ortes geschaut. Die meisten Stalaktiten waren abgerissen. Im letzten Cave hatte man die Möglichkeit, sich auf einem Gummireifen in eine Höhle treiben zu lassen, was noch schön war. Man konnte sich an einem Seil im erfrischenden Wasser hinein und wieder heraus ziehen.

Wieder zurück in Vang Vieng genossen wir den Abend am Fluss in einer Hängematte. Der geübte Leser/in weiss, wie gerne sich die happytrailer in Hängematten aufhalten… Es war einfach herrlich.


Bomben in Phonsavan (31./01. April 2007)

Die Fahrt führte uns wiederum in einem öffentlichen Bus weiter. Es war eine hüglige und extrem kurvige Strecke. Dies schien vor allem den Einheimischen Mitfahrern auf den Magen zu schlagen, wie wir an den ausgeteilten (und auch benutzten) Plastiksäckli feststellten. Die Landschaft hingegen war sehr schön, durch den Smog war die Aussicht leider recht beschränkt.

Am zweiten Tag gingen wir auf eine Tour, die uns zuerst zu einem Feld mit Krater aus der amerikanischen Bebombung führte. Von 1966 bis 1975 warfen die Amerikaner während 24 h, alle 8 Minuten 20-30 Tonnen Bomben ab. Hiervon waren etwa 10% Blindgänger, die z.T. noch heute in Laos herumliegen. Es wird noch über 100 Jahre dauern, bis das Land gesäubert sei… Wir haben auf diesem Feld 3 noch aktive Bombies (Blindgänger) gesehen!

Die zweite Stadion führte uns ein Dorf, wo wir sehen konnten, wie die Leute heute mit den Bomben so leben. Die Bombenhüllen werden z.B. als Gartenbeet, Hausstütze oder Zäune verwendet. Die Leute sammeln die Reste der Bomben in der Region ein und verkaufen sie an Altmetallsammelstellen!


Am Nachmittag gingen wir ins „Plain of Jars“. Hier findet man hunderte von Steintöpfen, dessen Verwendungszweck noch heute nicht 100% klar sind. Wein oder Reisaufbewahrung oder Gräber sind 2 Theorien. Auch diese Felder voller Steintöpfe waren Ziel der Bombardierung- man darf sich nur innerhalb der markierten Zone bewegen… L

Auf der Heimfahrt der Tour stoppten wir noch bei einem solchen Altmetallhändler. Hier kann man nebst alten Autowracks oder Velogestellen wirklich auch alte Minen und Bomben kaufen in allen Grössen und Gewichten… (Wäre doch was fürs Handgepäck??)

Am Abend bekochte uns Kong Ken, der Wirt unserer Unterkunft, mit einem einmaligen laotischen Gericht, welches wohl kaum schlagbar sein wird in Asien für uns. Es war sticky rice mit einer genialen Sauce, eine Spezialanfertigung, wie er uns sagte. Einfach himmlisch.

Luang Prabang, Hauptstadt der Mönche (02-04. April 2007)

Eine weiter spannende Fahrt stand uns bevor. Unterwegs nach Luang Prabang mussten wir eine kurze Pause einlegen, weil ein von Bewohner gelegtes Feuer für die Brandrodung ausser Kontrolle geriet. Die Strasse war in eine grosse Rauchwolke gehüllt und auf beiden Strassenseite konnte man das Feuer sehen. Als es dann weiter ging, konnten wir sehen, dass das Feuer wohl auch auf das eigene Dorf übergreifen wird: die Leute hatten das wenige Hab und Gut bereits an den Strassenrand gestellt!

Mit einem Tuk Tuk fuhren wir zu den schönen Wasserfällen Tat Kuang Si. Da wir am Morgen schon da waren, hatte es noch nicht so viele Leute, was wir sehr genossen. Es hatte viele Schmetterlinge und verschiedene Formationen von Wasserfällen, z.T. konnte man bei diesen sogar schwimmen!

In Luang Prabang leben einige Mönche in verschiedenen Klostern. Man kann den ganzen Tag immer wieder welche auf der Strasse sehen oder in den Klostern arbeiten sehen. Sehr speziell ist aber das tägliche Essen sammeln um 6.00 Uhr in der früh. Barfuss und mit einem Topf ausgestattet wandern die Mönche schweigend in langen orangen (die Bekleidung) Kolonnen durch Luang Prabang, wo Bewohner den Mönchen Reis, Gemüse oder sonstiges Essen schenken.


Leider müssen wir auch Laos mal verlassen. Dieses Land hat uns sehr gefallen. Noch nicht so touristisch ausgebaut haben die Leute noch immer ein Lächeln im Gesicht oder es wird einem neugierig zugewunken. Gerne wären wir noch in den Nordwesten oder ganz in den Süden gegangen, was aber in der weiteren Planung nicht zu berücksichtigen war. Aber es ist auch beim reisen so: man soll weiterziehen, wenn es am schönsten ist…

Nun haben wir das sozialistische Vietnam vor uns. Wir sind gespannt, was uns da alles so erwartet…

Liebe Grüsse aus Luang Prabang

DAve und Chrigi

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